Visuelle Exposition & Kuratorischer Text
Abb. 1: Exponat I – Die Ternäre Dissonanz (Persistenz des Kerns), Alexander Steipe, 2026.
Im Zentrum der Komposition steht das Aufeinandertreffen zweier Schlüsseltechnologien an der Schwelle zur modernen Informationsverarbeitung: der nicht-flüchtige Ferritkernspeicher (Core Memory) und die gasentladene Ziffernanzeigeröhre (Nixie Tube). Eingebettet in eine endzeitliche, sonnengebleichte Dünenlandschaft, verhandelt das Werk das physikalische Überdauern diskreter Information gegenüber thermischer Entropie und Vergessen. Im Vordergrund verankert die im Sand eingeprägte Signatur den Schöpfer direkt im Substrat der Szenerie.
Das Epochenregister 1958: Das Arrangement ist keine zufällige Ansammlung von Relikten, sondern ein chronologischer Fixpunkt. Sowohl Ferritkern als auch Gasentladung repräsentieren den State of the Art des Jahres 1958 – dem Moment unmittelbar vor der Erfindung der integrierten Schaltung, in dem Rechenlogik noch mechanisch gefädelt und im Vakuum glimmend konstruiert war. Die dominanten Vertikalen der beiden linken Displays erzwingen die Ziffern 5 und 8. Zusammen decodieren sie die Epochenkoordinate [19]58, das Jahr, in dem die Weichen für die digitale Moderne gestellt wurden und das zugleich den biografischen Nullpunkt des Autors markiert.