Die Schienen-Utopie und das 70-Quadratmeter-Dilemma
„Güter gehören auf die Schiene!“ – eine bequeme Parole für Festtagsreden.
Früher gab es den Bahnexpress, Güterverladestellen an fast jedem Provinzbahnhof und funktionierende Anschlüsse für Industrie und Mittelstand. Das alles wurde über Jahrzehnte konsequent wegrationalisiert. Heute dauert schon die Modernisierung einer einfachen Schrankenanlage Jahre; die Idee, der Schienengüterverkehr könne die Straße spontan entlasten, ist schlichte Träumerei.
Die Realität rollt zwangsläufig auf 40 Tonnen Gummi – und steht vor einer Wand: Nach 4,5 Stunden verlangt der digitale Tacho sekundengenau Pause, doch die Parkplätze fehlen zu Tausenden. Privatisierte Raststätten leben vom teuren Schnitzel und PKW-Reisenden, nicht von Fahrern, die im Führerhaus kochen und 70 Quadratmeter teuren Asphalt blockieren.
Solange Politik und Bürokratie von nostalgischen Zügen phantasieren, statt Gewerbegebiete und Logistikhubs zu Nachtstellplätzen zu verdonnern, bleibt die Autobahn-Einzäunung das Schlafzimmer Europas.
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