Die Ngramm-Kurve (hängt im Hintergrund an der Wand) ab 1995 zeigt exemplarisch, wie das Netz keine neuen Wörter erfand, sondern Subkultur-Jargon recycelte: Mit dem Start von eBay schoss „verticken“ steil nach oben – während „vertickern“ in der Nische blieb.

Warum „verticken“ gewann und „vertickern“ verlor

„Vertickern“ war im Sprachgefühl nie ein reines Transaktionswort, sondern regional meist auf das „Erklären, Verklickern oder Unterjubeln“ einer Information verengt. Wer Ware loswerden wollte, griff zur harten Stammform.

Vor eBay lebte „verticken“ primär auf dem Flohmarkt und in der Drogenszene. In beiden Milieus zählen Silbenökonomie und Geschwindigkeit – die iterative -ern-Ableitung schwächt diesen Impuls ab. Als eBay startete, übernahm die Internet-Generation das Wort als dynamischen Gegenentwurf zum behäbigen „Versteigern“.

Was bedeutete „verticken“ um 1835?

Um 1835 fand sich der Begriff nicht im Duden, sondern in Kriminalakten, Dialektlexika und Listen des Rotwelschen:

Die Essenz von 1835 – Ware schnell, unbürokratisch und bar auf die Hand loszuwerden – feierte bei eBay ihre digitale Auferstehung.